Teil eines Werkes 
1. Band (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

218

ken, die Uebrigen reiheten ſich rund um den Tiſch, ſo gut es gehen wollte.

Nach beendigtem Mahle ſuchte ein Jeder von uns ſein Nachtlager; wer auf einem Maulthiere oder einem Eſel angelangt war, nahm ſeinen Sattel zum Kopfkiſſen, die Fußreiſenden aber betteten ſich auf ihre Maͤntel. Ich ruhte nur wenige Augen⸗ blicke, denn der Dunſt in dem Gemache war mir unertraͤglich; ich befahl demnach Anton, mir mein Pferd zu ſatteln, zahlte meine Zeche und ritt da⸗ von. Wir kamen nun in ein felſiges Defilee, das in ein großes wildes Thal fuͤhrte, in welchem ſich an beiden Seiten ſteile ſteinige Berge erhoben. Nur hie und da belebte eine kaͤrgliche Vegetation dieſe Gegend, die faſt zu oͤde ſchien, um von irgend einem lebenden Geſchoͤpfe bewohnt zu werden; den⸗ noch aber gewahrten wir dann und wann an den Abhaͤngen der Felſen einzelne Huͤtten, und fanden in ihrer Naͤhe den Beweis, daß der Menſch auch hier bemuͤht geweſen war, dem geizigen Boden einen ſparſamen Ertrag abzugewinnen.

Gegen Abend des naͤchſten Tages ſahen wir in einiger Entfernung eine kleine Cavalcade, da es aber ſchon begann dunkel zu werden, wollte ich mich derſelben nicht allzuſehr naͤhern, denn ich be⸗ fuͤcchtete, daß es franzoͤſiſche Truppen ſeyn koͤnn⸗ ten. Sie machten indeß bald Halt, und ſandten