.— 26— in den Wagen half. Das junge Maͤdchen beugte ſich, als ich einſtieg, vorwaͤrts, um mich zu begruͤ⸗ ßen, und beim Scheine des Mondes, welcher ſein Silberlicht durch das Wagenfenſter hereinſenkte, gewahrte ich jetzt. das ſchoͤnſte griechiſche Antlitz, das ich je ge Sie war zwar bleich von dem eria dewar Kunde verurſacht hatte, aber ihre Zuͤ rugen ein ſo himmliſches Gepraͤge, daß ich einige Augenblicke lang vor Be⸗ wunderung wie erſtarrt daſaß. Endlich indeß, nach⸗ dem ich mich ein wenig geſammelt hatte, fragte ich, mich zu dem Begleiter der ſchoͤnen Jungfrau wendend,„Torrealva! So ſind Sie der Marquis
von Moncayo?“
„Der bin ich,“ antwortete der Reiſende,„und daß ich es bin, verdanke ich dem edlen Benehmen
Ihres Vaters. Er war es, der mir meine Titel und
meine Beſitzungen wieder verſchaffte, ohne ihn waͤre ich noch jetzt arm und unagluͤcklich. Ihren Vater
voeerdanke ich meinen Reichthum und meine Ehre,
ſo wie Ihnen jetzt mein Leben.“
„Sie beſchaͤmen mich in der That, ich bin nur zu gluͤcklich“— ſtammelte ich, und mich meiner Verlegenheit ſchaͤmend, lehnte ich mich zum Wagenfenſter hinaus, um dem Poſtillon den Weg anzuzeigen. Schon nach einer Viertelſtunde langten wir wohlbehalten bei unſerem Hauſe an,


