——; ———
— 40—
haften Gedanken und Muth zur Ertragung ihrer Leiden erflehend.
Der nächſte Morgen fand ſie etwas ruhiger; es ſiel ihr ein, daß Osmond vielleicht nicht in London ſeyn könne; dieſen Zuſtand der Unge⸗ wißheit aber länger zu ertragen, war ihr un⸗ möglich, ihre Lage duldete keinen Aufſchub. Es war eine unangenehme Maaßregel, aber
die einzige die ihr blieb jeden Zweifel zu heben:
ſie mußte ſich nehmlich ſelbſt nach Arlington⸗ houſe begeben und bei dem Thürſteher nach Osmond fragen.
Sie beſchloß dazu den Abend abzuwarten, denn ſie hoffte die Dämmerung werde ihr jugend⸗
liches Geſicht verbergen und ſo ihr Erſcheinen
weniger auffallend machen. Unter dem Vor⸗ wand eine Kleinigkeit einzukaufen, eilte ſie, als der Abend hereinzubrechen begann, nach Picca⸗
dilly. Vor der Thur von Arlingtonhouſe hemmte
ſie einige Augenblicke ihre Schritte, um den
furchtbaren Kampf ihres Gemüths einigermaßen
zu beruhigen, und erſt als ſie glaubte, daß ihr


