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Zuſtand ſie berechtigte. Es blieb ihr indeß keine Wahl, er war ihr einziger Freund, ſie mußte ihn mit ihrer Lage bekannt machen; aber wie ſollte ſie dieſes bewerkſtelligen, wie konnte ſie an ihn ſchreiben, wo ihn ſprechen?⸗
So hin und her ſchwankend verlebte ſie die erſten beiden Monate ihres Aufenthaltes in der Hauptſtadt; verzweiflungsvoll und hoffnungslos hatte ſie keinen Troſt als den Gedanken, daß der Moment, der ſie zur gattenloſen Mutter machen, auch durch ein wohlthätiges Hinüber⸗ ſchlummern ihrem irdiſchen Leiden ein Ziel ſetzen würde. So wie aber dieſer Zeitpunkt immer näher und näher kam, beſchlichen ſüße, bisher unbekannte Gefuͤhle ihr Herz und gaben dem ernſteren Character ihres Schmerzes ein milderes Gepräge.
Unwillkürlich trug ſie nun mehr Sorge für ihre Geſundheit, die ſie in ihrer Verzweiflung völlig vernachläſſigt hatte, hoffend, dadurch das Ende ihres Grams um ſo früher herbeizuführen. Sie
beſchloß unverzüglich an Osmond zu ſchreiben, Osmond. II. Band⸗ 3


