nehmen, denn abgeſehen von der qualvollen Reue, die ſie ſeit ihrem Fehltritt unabläſſig ver⸗ folgte, eröffnete ſich ihr auch noch eine neue Ouelle des Elends, von der ſie bisher ſchau⸗ dernd ihre Gedanken abgewendet hatte, bis ſie ſich ihnen verzweiflungsvoll hinzugeben ge⸗ nöthigt war; wenn ſie daran dachte, was aus ihr werden ſollte, war ſie dem Wahnſinn nahe. Vergebens rief ſie die Schwüre Osmonds in ihr Gedächtniß zurück, vergebens blickte ſie auf den Ring der Treue, den er an ihren Finger geſteckt hatte, ach, nichts vermochte die Todes⸗ angſt zu mildern, mit der ſie der Stunde ent⸗ gegen ſah, die die rechtmäßige Gattin mit Freudenthränen erwartet, die der entehrten aber nur Schmach und Schande bringt.
Sie mußte jetzt bereuen, daß ſie ſich von Osmond getrennt hatte; er war der einzige Menſch, von dem ſie in ihrer furchtbaren Lage Rath und Hülfe erwarten konnte, obgleich ihr Zartgefühl wiederſtrebte, die Anſprüche auf ſeinen Beiſtand geltend zu machen, zu denen ihr


