— 215—
„Ihr geht nach Hofe, Herr Treſſilian,“ ſprach er, „und wollt eingedenk ſeyn, daß dort euer Wappenſchild argent und or ſeyn muß, ohne ſolche Felder gelangt man nicht zum Ziel.“
Dieſe Bemerkung wurde eben ſo richtig befunden„ als ſte allgemeine Verlegenheit erregte; denn um etwas bei Hofe zu erreichen, war durchaus Geld erforderlich; und zwar in jenem goldenen Zeitalter Eliſabeths eben ſo ſehr, als in allen ſpaͤtern Tagen; zugleich aber war es auch ein Gegen⸗ ſtand, uͤber den die Bewohner von Lidcote⸗ Hall nur wenig zu gebieten hatten.
Treſſilian war arm; die Einkuͤnfte des alten Ritters ſelbſt in voraus verzehrt, eine Folge ſeiner allzugaſtfreien Denkungsart; und ſo ward es denn noͤthig, daß der, welcher den Zweifel aufgeworfen hatte, ihn nun auch loͤſen mußte. Meiſter Mumblaze that es denn auch wirklich, indem er einen Beutel zum Vorſchein brachte, welcher an dreihundert Pfund in verſchiedenen Muͤnzſorten enthielt; ſeine Erſpar⸗ niſſe ſeit zwanzig Jahren, die er nun, ohne ein Wort daruͤber zu ſprechen, zum Dienſt ſelnes Beſchuͤtzers, durch deſſen Großmuth er in den Stand geſetzt worden war, dieſe kleine Summe zu ſammeln, darbot. Treſſilian nahm das Gild an, ohne ſich einen Augenblick zu bedenken; ein ſchwei⸗ gender Haͤndedruck zeugte allein von der Freude, welche der eine fuͤhlte, ſein Alles fuͤr einen ſolchen Zweck hinzugeben, ſo wie von der, die der andere daruͤber empfand, ein ſo maͤchtiges Hinderniß ſo ploͤtzlich gehoben zu ſehen.
Als ſich darauf Treſſilian ganz fruͤh am naͤchſten Morgen zu ſeiner Abreiſe bereit machte, trat Wayland Smith zu
ihm herein, den Wunſch aͤußernd, daß, da er doch nun
hoffentlich mit ſeiner Behandlung des alten Herrn zufrieden


