„Chut nicht alſo, gute Lady!“ entgegnete Janette; „uͤberlaßt es Gott, die Suͤnder zu ſtrafen, wenn es Seit iſt. Handelt ja nicht gegen Varneys Abſichten, denn ſo ſehr be⸗ ſitzt er Mylords Ohr, daß nur Wenige gedeihten, die ſeinem Laufe hinderlich waren.“
„Und von wem weißt Du das, meine ehrliche Janette?“* fragte die Graͤfin; und warum ſollt ich Ruͤckſichten gegen ei⸗ nen gemeinen Edelmann, wie Varney, nehmen, ic, die ich din Gemzahlin ſeines Herrn und Gebieters bin.“
Meine gnaͤdige Lady muß das beſſer verſtehen, als ich,“ erwiederte Janette Foſter.—„Aber ich hoͤrte oft meinen Vater ſagen, daß er weit eher einem hungrigen Wolfe über
den Weg gehen, als gegen Varneys Plane handeln wolle. — Und er hat mich oft gewarnt, vor ihm auf meiner Hut zu ſeyn.“ 1 „Dein Vater hatte recht, was Dich betrifft,“ entgeg⸗ nete die Lady, und iſt ſein Rath gewiß immer wohl ge⸗ meint; ſchade, daß ſein Geſicht und Weſen ſo wenig mit ſei⸗ nen guten Abſichten uͤbereinſimmen,— denn ich denke, ſeine Abſichten ſind doch gut“
„Habt keinen Zweifel daran,“ antwortete Janette,— „zweifelt nicht, daß meines Vaters Abſichten gut ſind, er iſt gerade und derb, doch widerſpricht ſein Herz ſeinen muͤrri⸗ ſchen Blicken.“
„Ich will es glauben, Maͤdchen, waͤr' es auch nur um deinetwillen, und doch hat er eins von den Geſichtern, vor denen die Menſchen zuruͤckbeben, wenn ſie hineinblicken;— ſelbſt deine Mutter, Janette, denk' ich, kann nicht ohne Zittern auf ihn geſehen haben.“


