— 89—
wuͤrde, nichts von den Anſtalten erfahren konnte, die man in dieſem Theile des alten Herrenhauſes vornahm, ſo wie man auch dafuͤr geſorgt hatte, daß ſie den Arbeitern, die bei dieſer Einrichtung angeſtellt waren, nicht zu Geſichte kam.
Sie war daher erſt an dieſem Abend in den von ihr bisher
noch nicht betretenen Theil des alten Gebaͤudes gefuͤhrt, der von dem Uebrigen ſo verſchieden war, daß er im Vergleich damit wie ein bezauberter Pallaſt erſchien. Und als ſie zum erſtenmal dieſe Zimmer betrat, um ſie in Beſitz zu nehmen, geſchah dies mit der lauten ungezuͤgelten Freude einer laͤnd⸗ lichen Schoͤnen, die ſich ploͤtzicch von einem Glanz umgeben ſieht, von dem ſelbſt ihre kuͤhnſte Phantaſie keine Ahnung hatte. Zugleich aber auch mit dem ſuͤßen Gefuͤhl eines zaͤrt⸗ lichen Herzens, dem es bekannt iſt, daß alle Pracht, die es umgiebt, das Werk der großen Zauberin— Liebe iſt. Die Graͤfin Emmy,— zu dieſem Range war ſie durch ihre geheime, aber feierliche Vermaͤhlung mit Englands maͤchtigſtem Grafen, erhoben worden,— flog daher eine Zeit⸗ lang von Zimmer zu Zimmer, jeden neuen Beweis von dem guten Geſchmack ihres Geliebten anſtaunend, wobei ihre Be⸗ wunderung fuͤr ihn mit jedem Augenblick durch den Gedan⸗ ken geſteigert ward, daß alle Pracht, welche ſie hier rund um ſich her erblicke, nur ein einziger fortgeſetzter Beweis ſeiner heißeſten innigſten Zaͤrtlichkeit ſey.—„Wie koͤſtlich ſind die Tapeten!— wie natuͤrlich, wie aus dem Leben dieſe Gemaͤlde.— Welcher Reichthum in jenem Silber⸗ geſchirr, von dem man denken ſollte, daß alle Gallionen Spyaniens in Bewegung geſetzt worden waͤren, es herbeizu⸗ ſchafen!— und o, Janette!“— rief ſie wiederholt der Tochter Anthony Foſters zu, welche mit gleicher Aufmerkſam⸗ keit, aber mit etwas weniger enthuſiaſtiſcher Freude, ihrer


