— 9— Du's der Barmherzigkeit des Henkers, der Dich mit einem kalten Eiſen ſtempelte.“, 4
„Ruhig, Oheim, ſpart Euer Salz, und braucht es, Euer ſaures Bier zu wuͤrzen; laßt mich lieber ſehen, wie herzlich Ihr einen Verwandten willkommen heißt, der 18 Jahr lang die Welt durchſtreifte, der die Sonne untergehen ſah, da, wo ſie aufgeht, und der ſo lange reiſete, bis ihm Weſten zu Oſten ward.“ b
„„Du haſt, ſehe ich wohl, eine Gabe der Reiſenden wie⸗ der mit dir zuruͤckgebracht, Michael, um deretwillen Du am wenigſten zu reiſen bedurfteſt. Unter deinen uͤbrigen Eigen⸗ ſchaften, erinnere ich mich, war auch die, daß kein tbobres Wort aus deinem Munde kam.“
„ Hier ſteht ein unglaͤubiger Heide vor euch, Ihr Her⸗ ren,“ ſprach Michael Lambourne, indem er ſich zu den Zeu⸗ gen der ſeltſamen Unterredung zwiſchen Oheim und Neffen wandte, von denen mehrere, im Dorfe geboren, ſich gar wohl ſeiner Jugendſtreiche erinnerten.„„Das heiße ich noch zu meiner Wiederkehr ein fettes Kalb ſchlachten.— Aber Oheim, ich komme nicht von den Trebern und dem Schwei⸗ netrog, und ich kuͤmmere mich den Henker darum, ob Ihr mich willkommen heißt oder nicht. Was ich mit mir fuͤhre,
weiß ich, wird mir gute Aufnahme bereiten, wo immer ich
will.“ munn
So ſprechend zog er eine gefuͤllte Geldboͤrſe hervor, deren Anblick einen ſichtbaren Eindruck auf die Geſellſchaft machte, Einige ſchuͤttelten ihre Köpfe und fͤſterten mit einander, waͤhrend ein Paar der am wenigſten Gewiſſenhaften ſich au⸗ genblicklich ſeiner als eines alten Schulkameraden, eines Landsmannes oder dergleichen erinnerten. Zwei oder drei ernſt ausſehende Maͤnner dagegen ſchuͤttelten bedenklich ihre


