Teil eines Werkes 
2. Band (1823)
Entstehung
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ihrer Gebieterin, ſich nach Kenilworth zu begeben, uͤberein,

bat dieſe aber, die moͤglichſte Vorſicht zu beobachten, wenn

ſie dort von ihrer Ankunft ihrem Gemahl Kunde geben wuͤrde.

„Aber biſt auch Du vorſichtig geweſen, Janette?“ fragte die Graͤfin, und haſt Du meinem kuͤnftigen Begleiter das Geheimniß meines Standes verſchwiegen?“

„Von mir hat er nichts erfahren,“ erwiederte Janette; „auch glaube ich nicht, daß er mehr von euren Verhaͤltniſ⸗ ſen weiß, als im Allgemeinen davon bekannt iſt.“

nund was iſt im Allgemeinen bekannt?“ fragte Emmy,

„Daß Ihr eures Vaters Haus verlaſſen habt,“ entgeg⸗ nete Janette;—„aber Ihr werdet wieder zuͤrnen, wenn ich weiter rede,“ fuhr ſie dann fort, ſich ſelbſt unterbrechend.

„Sprich nur, ſprich!“ ſagte die Graͤfin;„ich muß den boͤſen Ruf ertragen lernen, den mein Leichtſinn veranlaßte. Ohne Zweifel glaubt man, ich ſey dem? Vaterhauſe entflohen, um geſetzloſen Freuden nachzuleben;— ein Irrthum, der bald gehoben ſeyn wird, er ſoll gehoben werden; denn ich will mit unbeflecktem Rufe leben, oder zu leben aufhoͤren.— Man nennt mich alſo Leiceſters Buhlerin?“

„Die groͤßte Zahl,“ erwiederte Janette,„haͤlt Euch fuͤr Varneys Geliebte; einige aber ſehen nur in ihm den Deck⸗ mantel von Mylord's Liebſchaften; denn Geruͤchte ſind im Umlauf uͤber jene koͤſtlich ausgeſchmuͤckten Zimmer, deren Reichthum Varney's Einkuͤnfte weit uͤberſteigt. Aber dieſe letzte Meinung wird nur ſelten ausgeſprochen, weil es Ge⸗ fahr bringen koͤnnte, ſelbſt auch nur Argwohn gegen den ver⸗ ehrten Namen Leiceſter an den Tag zu legen.“

„Man thut wohl daran,“ ſagte die Graͤfin,„wer koͤnnte ſich auch eine Gemeinſchaft zwiſchen dem edlen Dudley und jenem veraͤchtlichen Varney denken?— Hier aber ſind wir

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