Teil eines Werkes 
2. Band (1823)
Entstehung
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„Huͤrnt nicht auf mich,“ ſprach Janette mit ſanfter Stimme,„nehmt ferner meinen Arm; der Weg iſt rauh, und Ihr ſeyd nicht gewohnt im Finſtern zu wandeln.“

„Glaubſt Du mich nicht zu gering, ſo daß meine Naͤhe Mylord Schande braͤchte,“ entgegnete Emmy noch immer mit heftigem Tone,„ſo haͤlſt Du Mylord von Leleeſter einer ſchlechten Handlung faͤhig, und meinſt etwa, er werde dieß verruchte Verfahren deines Vaters und Varneys billigen, deren Thaten ich ſchon dem Grafen ruͤhmen werde.“

„um Gottes willen, gnaͤdige Frau!“ bat Ianette, „ſchont meines Vaters in eurem Bericht. Laßt meine Dien⸗ ſte, ſo gering ſie auch ſeyn moͤgen, ſein Vergehen wenigſtens einigermaßen ſuͤhnen!“

„Ich wuͤrde ſehr ungerecht ſeyn, wollte ich anders han⸗ deln, gute Janette!“ ſagte die Graͤfin, wieder ihren ge⸗ wohnten freundlichen Ton gegen die treue Dienerin anneh⸗ mend;„fkein Wort ſoll zum Nachtheil deines Vaters uͤber meine Lippen kommen. Ich habe keinen andern Wunſch, als mich in die ſchuͤtzenden Arme meines Gatten zu werfen. Aus der Verborgenheit, welche er mir anwies, bin ich getreten, weil ich von Boͤſewichtern umgeben war. In keinem andern Falle aber werde ich mich ſeinen Befehlen ungehorſam zei⸗ gen. Ich werde mich allein an ihn wenden,— von ihm allein Schutz verlangen.— Gegen niemand will ich ohne ſeine Bewilligung die Verbindung bekennen, welche ins ge⸗ heim unſere Herzen und unſere Schickſale vereint. Ich will ihn ſehen, von ſeinen Lippen hoͤren, wie ich mein kuͤnftiges Betragen einzurichten habe. Suche mich nicht in meinem Entſchluſſe wankend zu machen, Du wuͤrdeſt mich nur darin beſtaͤrken. Sieh', Janette, ich will mein Schickſal auf ein⸗ mal, und aus meines Gatten Munde erfahren; und ihn in

Kenilworth. 2r Bd. N