Teil eines Werkes 
2. Band (1823)
Entstehung
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vielleicht, weil in dem Aufruhr ihrer Seele die Graͤfin ſelbſt bisher nicht daran gedacht hatte,— wagte Janette hinzuzu⸗ fuͤgen:„ohne Zweifel nach der Behauſung Eures Vaters, wo Euch Sicherheit und Schutz erwarten.“

„Ach, Janette!“ entgegnete die Graͤfin traurig„ich verließ Lincote Hall mit leichtem Herzen und ehrenwerthem Namen, und ich will nicht dahin zuruͤckkehren, bis Mylords öffentliche Anerkennung meiner ehelichen Rechte mich mit wiederhergeſtelltem Rufe in mein Vaterhaus zuruͤckfuͤhrt.“

„Und wohin ſonſt gedenkt Ihr Euren Weg zu nehmen, gnaͤdige Frau?“ fragte Janekte.

„Nach Kenilworth, Maͤdchen!“ erwiederte die Graͤfin kuͤhn und offen.„Ich will dieſe Feſte ſehen— dieſe fuͤrſt⸗ lichen Feſte,— von denen England von einer Kuͤſte zur andern wiederhallt. Wenn die Monarchin in den Hallen meines Gemahls bewirthet wird, ſcheint mir deſſen Gattin kein ungeziemender Gaſt.“ 3

„Gott gebe, daß Ihr dort auch ein willkommner ſeyn moͤget!“ ſagte Janette ſchnell.

„Du mißbrauchſt meine Lage, und vergißt die deine, Janette!“ ſagte die Graͤfin mit einiger Heftigkeit.

„Gewiß nicht, theure Gebieterin!“ erwiederte Janette mit betruͤbtem Tone;„aber habt Ihr denn vergeſſen, daß der edle Graf grade ſo ſtrenge Maaßregeln gebrauchte, ſeine Heirath geheim zu halten, um ſeine Gunſt bei Hofe nicht einzubuͤßen? und meint Ihr, daß Eure Ankunſt auf ſeinem Schloſſe, zu ſolcher Zeit und unter nodchen Umfeänpan. ihm angenehm ſeyn wuͤrde?“

„Du meinſt, ich wuͤrde ihm Unehre bringen?“7 ief die Graͤfn;— laß meinen Arm los, ich kann ohne Stühs Gehemn wie ohne Anderer Rath handeln.“— 22111339