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„Dann ſollſt du für mich Wache halten, du Gefäng⸗ niß⸗Fürſt,“ erwiederte Lambourne.—„Laſſ' Treſſtlian immer hinein, wenn er will, aber niemand heraus. Will etwa ſeine Dulcinea einen Ausfall wagen, wie es leicht der Fall ſeyn könnte, ſo treibe ſie nur mit derben Worten zurück,— ſie iſt ja nichts weiter, als eine Gauckler⸗ dirne.“ 3
„Ey,“ ſagte Lawrence,„da brauche ich nur die Eiſenſtangen vorzulegen, und ſie iſt eingeſperrt ohne wei⸗ tere Umſtände.“
„Dann aber kann Treſſilian nicht zu ihr,“ bemerkte Lambourne nach kurzem Bedenken.„VGleichviel indeß— ſie ſteckt in ſeinem Zimmer, und das iſt genug.— Doch beichte nur, du alte Fledermaus⸗ äugige Kerkerratte! Du fürchteſt dich, oben in dem alten Kaſten von Mervynsthurm Wache zu halten?“
„Fürchten?“ ſagte der Kerl,„nicht mehr, als ich mich vor dem Geräuſch eines Schlüſſelbundes fürchte; aber ſelt⸗ ſame Dinge ſind in dem Thurme dort ſchon geſehen wor⸗ den.— Habt Ihr doch während Eures kurzen Aufent⸗ halts in Kenilwort) wohl davon gehört, wie der Geiſt Mervins, jenes wilden Häuptlings, den der ſtarke Graf Mortimer fing, und, wie man ſagt, in dem Thurme, der
ſeinen Namen führt, ermorden ließ, drinnen umgeht?“
„Das habe ich alles ſchon mehr als fünfhundertmal gehört,“ ſagte Lambourne,„und auch, wie der Geiſt immer am wüthendſten wird, wenn ſie in den Küchen⸗Re⸗
gionen Lauchſuppe kochen, oder Käſe röſten. Beim Teu⸗
fel ſchweig; ich weiß das alles!“
„Du weißt nichts,“ ſagte der Schlü eldreher,„ſo klug Du dich auch dünkſt.— Enn furchtbares Ding iſt's, einen Gefangenen in ſeiner Haft zu ermorden!— Du,


