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Das Ideal
Entstehung
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langte, gefragt, ob ich es auch verantworten könne, den Mörder Ranzaus ungeſtraft umher gehen zu laſſen ob ich mich nicht durch Schweigen gewiſſermaßen zu ſeiner Mitſchuldi⸗ gen mache ob ich nicht dadurch, daß ich ihn der irdiſchen Strafe entzöge, ſeine Seele viel⸗ leicht der ewigen Verdammniß übergäbe! Ach, und dennoch fühlte ich, wie es mir unmöglich war, ihn, den ich einſt geliebt hatte, auf das Hochgericht zu bringen. Das Schickſal hatte ſich in das Mittel geſchlagen, ich hatte rit keine Wahl mehr.

Was jetzt noch folgt, n meine lieben Freunde, fuhr Baſe Dorothea fort,iſt leicht erzählt. Als ich einige Wochen darauf meinen Dienſt bei der Prinzeſſin wieder antrat, erſchrak ich über die Veränderung, die mit ihr vorgegangen war. Ihr Gram war ſtumm aber vernichtend. Man gewahrte deutlich, wie ſie mit jedem Tage immer weniger und weniger dieſem Leben an⸗ gehörte. Nicht nur ihr Königlicher Vater litt mit ihr, nein, das ganze Land theilte ihren Schmerz, denn der edle Ranzau war wegen ſei⸗ ner hohen Geiſtesgaben, ſo wie wegen ſeiner