- 104— ſtürmenden Gefühlen nicht länger zu gebieten, ſie drängte ſich durch die Soldatenreihe, warf ſich vor der unglücklichen Gräfin nieder, erfaßte die Hand derſelben und drückte einen brennen⸗ den Kuß darauf. Mit himmliſcher Milde neigte ſich Eleonore zu ihr herab, und küßte ſie auf die Stirn. Dies alles war das Werk eines Augenblicks, ſo daß es, außer von Eliſabeths Begleitern, nur von dem General Ahlfeldt be⸗ merkt wurde. Derſelbe richtete zwar einen arg⸗ wöhniſchen Blick auf Eliſabeth, welche ſich ſchnell wieder erhoben hatte, und auf die Gräfin; die Letztere aber folgte ihm eben ſo ruhig, als vor⸗ hin, ohne über das, was vorgefallen, auch nur ein Wort zu verlieren. Eliſabeth blieb unbeweglich ſtehen und ſtarrte ihr nach, bis ſie ſie gänzlich aus dem Geſichte verloren hatte. Jetzt erſt bemerkte ſie, daß ſie, durch das Gedränge, von ihren Beglei⸗ tern getrennt worden war, die Menſchenmenge rund um ſie her hatte ſich zerſtreut, die Däm⸗ merung war hereingebrochen, und Eliſabeth wußte in der That nicht, wohin ſie ſich in dieſem ihr ganz fremden Theile der Stadt wenden ſollte, um nach Hauſe zu gelangen. Endlich
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