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„Ach Doctor, wozu dieſe moraliſchen Sen⸗ tenzen!“ unterbrach ihn die Gräfin.„Ihr kennt ja Ulfelds ſcharfen Verſtand, ſeine reiche Erfah⸗ rung. Ihr könnt ihm ja nichts ſagen, was er nicht ſelbſt klarer einſieht, wenn ſeine Stimmung es zuläßt; iſt das aber nicht der Fall, ſo wird
jeder Rath von ihm zurück geſtoßen, wie die
ſchäumende Welle von der ſchroffen Klippe.“—
„Das iſt es ja eben, was ich meine,“ ver⸗
ſetzte Sperling.„Der edle Graf hat es nie dahin bringen können, ſeinen Zorn, ſein Misvergnügen zu bekämpfen. Aber verzeiht mir, gnädige Frau,“ unterbrach er ſich ſelbſt,„verzeiht mir mei⸗ ne Außerungen, welche wahrlich nur durch die herzlichſte Ergebenheit hervorgerufen wurden.“
„Ich kenne ja Eure Denkungsart,“ erwie⸗ derte die Gräfin ernſt; in einem heitern Ton ſetzte ſie jedoch gleich darauf hinzu:„aber wahr⸗ lich wir vergeſſen ja ganz die armen Kinder dort. Nun Anna, biſt Du mit Deiner kleinen Geſpie⸗ lin recht bekannt geworden?“
Was mit Wärme oder wohl gar mit einem
Grade von Leidenſchaftlichkeit ausgeſprochen wir,


