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Das Ideal
Entstehung
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die Hand auf ihre Schulter legte und ſie auf die Stirn küßte:„Ob uns nichts Böſes begeg⸗ net, oder ob wir das Böſe, was man uns zuge⸗ fügt, verachten, das kommt ja ganz übereins aus. Adieu Eleonore! Adieu Doctor!“ ſo ſprechend begab er ſich hinaus.

Die Gräfin und der Arzt ſchwiegen nach⸗ dem er ſich entfernt hatte noch einige Augen⸗ blicke lang, endlich nahm die Erſtere das Wort: „Schüttelt nicht ſo mißbilligend das Haupt,“ ſprach ſie,„bedenkt die Schwierigkeiten, mit de⸗ nen mein Gemahl zu kämpfen hat, wahrlich die mannigfachen Kränkungen die er erdulden muß, das mißliche Verhältniß in dem er ſich befindet, die Ränke unſerer Feinde und die Muthloſigkeit unſerer Freunde, müſſen wohl den ſanfteſten Sinn erbittern.“ 1

„Es ſcheint mir,“ entgegnete Sperling mit bewegter Stimme,„daß der Mann, welcher mit Leichtigkeit und Kraft das Schiff des Staates durch ſo mannigfache Klippen ſteurte, ſeinen Leidenſchaften gebieten und ſich erinnern ſollte, daß die äußern Zufälle des Lebens nur den Werth haben, den wir ſelbſt ihnen beilegen.“