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Das Ideal
Entstehung
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Doctor Sperling näherte ſich der Gräfin, indem er die ſchüchterne Eliſabeth, welche kaum aus der Stelle zu bringen war, mit ſich fortzog. „Ihr beſchuldigt mich oft, gnädige Frau,“ be⸗ gann er,„daß ich von meinen Ausflügen im⸗ mer mit leeren Händen zurückkehre, heute bringe ich Euch etwas mit.“

„Wirklich! nun ſo laßt mich doch Eure Ausbeute ſchauen!“ Mit dieſen Worten wandte ſich die Gräfin zu ihm.„Wahrlich,“ fuhr ſie fort, indem ſie die Hand der kleinen Eliſabeth erfaſſte und ſie freundlich zu ſich hinzog,„Ihr bringt da etwas recht Hübſches mit. Wußte ich doch nicht, daß Ihr ſolche Blumen aufſuchtet. Zu welcher Gattung gehört denn dieſe da? Man muß ſie wohl zu den Tauſendſchönchen rechnen.“

„Unbezweifelt,“ verſetzte der Arzt.„Doch wohin ſie ſo eigentlich gehört, gnädige Frau, ver⸗ mag ich in der That nicht anzugeben, ich fand ſie hier im Hauſe.“—

„Nun, wie heißt Du denn, meine Kleine?“ fragte die Gräfin zu Eliſabeth gewandt.

Das ſchüchterne Mädchen aber gab keine Antwort, ſondern ſtarrte mit glühenden Wangen