— 25— wünſchte, in Ausführung zu bringen. Eliſabeth brachte die nächſte Nacht und die folgenden Tage in Schmerzen und Unruhe hin, ſo daß in dieſem Zuſtande nicht an die Reiſe zu denken war. Als die Kleine nun ſo eines Abends weinend und jammernd auf einem Schemelchen ſaß, trat Frau Bergen eilig zu ihr herein:„Geſchwind Kind,“ rief ſie,„geſchwind, die Herrſchaft kommt, ich will Dich mitnehmen.„Vor der Pforte des Pal⸗ laſtes angelangt, vernahmen ſie die Hufſchläge von heranſprengenden Roſſen, gleich darauf ward
ein Läufer mit einer helllodernden Fackel ſichtbar,
ihm voran aber ritt der Stallmeiſter, den die kleine Eliſabeth auf den erſten Blick wieder er⸗ kannte und der jetzt mit lauter Stimme Platz zu machen gebot. Frau Bergen faßte ſchnell die Kleine bei der Hand und eilte mit ihr hinein in den Pallaſt, wo ſie ſich auf eine der untern Stu⸗ fen der Stiege ſtellten. Hier herrſchte große Un⸗ ruhe, reich gekleidete Bediente flogen Trepp auf Trepp ab, und ordneten ſich endlich mit großen ſilbernen Armleuchtern, auf denen hellleuchtende Wachskerzen brannten, in zwei Reihen, um die
Heerrſchaft zu empfangen. Einer von ihnen wies


