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Das Ideal
Entstehung
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keineswegs hinreiche, ja daß jene ſelbſt bei dem beſten Willen nicht im Stande ſei, für die Letz⸗ tere ſo zu ſorgen, wie er es wünſchte. Er be⸗ wog demnach eine ſeiner Nachbarinnen, eine ält⸗ liche Frau, die Witwe eines Tapetenfabrikanten, das kleine Mädchen auf kurze Zeit bei ſich auf⸗ zunehmen, bis er eine Arbeit, die er eben vor⸗ genommen, beendigt haben würde; wo er dann ſelbſt die Kleine nach Flandern zu bringen ge⸗ dachte.

Wenn er ſein Tagewerk gethan hatte, ſchmauchte er jetzt gemeinhin ſein Abendpfeifchen bei der Frau Bergen, ſo nannte ſich die Witwe des Tapetenfabrikanten, denn ſo bekam er doch ſeine kleine Eliſabeth wenigſtens täglich einmal zu ſehen. So ſaß er denn nun auch an einem eiskalten Februarabend vor dem Kamin da, mit ſeinem Töchterlein auf dem Schooße. Den Rauch aus ſeiner Pfeife vor ſich hinblaſend, berechnete er, wie lange die Reiſe nach Flandern dauern und wie viel ſie wohl ungefähr koſten würde; da pochte es plötzlich an die Thür, und herein trat ein Bedienter in reicher Livree, welcher den Maler erſuchte, ſich ſo ſchnell wie möglich zu