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daher auch gewiſſe Geluͤbde fuͤr erlaubt, und ihrem Seelenheil foͤrderlich halten durften, obgleich uns ein Geloͤbniß der Art, wie ſich's die Juͤnglinge auferlegen, unnatuͤrlich und uͤberſpannt erſchei⸗
mag. Spaͤtes Gluͤck zieht durch die Kraft der
Darſtellung an, die Begebenheit an ſich iſt unbe⸗
deutend, auch nicht durch rhetoriſche Schoͤnheiten geſchmuͤckt; aber, reich an innerm Leben, vortrefflich und der tiefſten Beherzigung werth iſt die Motivi⸗ rung der Urſachen, die den Mann bewogen, ſo
lange Hageſtolz zu bleiben, und das Maͤdchen, zur
verhaßten alten Jungfer zu werden.
Eben ſo ungeſucht einfach, und dabei, wie in der Erzaͤhlung, kraͤftig wirkend, die Wahrheit, die Moral gleich aus der Sache ſelbſt hervorgehend, iſt der einleitende erlaͤuternde Dialog der Zwiſchenreden, der die drei Geſchichten einem Ganzen vereinigt, die erſonnen, oder veranlaßt, um Lothar's Sinnesaͤnde⸗ rung zu erforſchen, zu erproben, ob er ſich in der Laͤuterung bewaͤhrte. Hier iſt einmal aͤchter Conver⸗ ſationston, die Lehren des Pfarrers, der behauptet, Zufriedenheit ſey in jeder Lage, unter allen Verhaͤlt⸗ niſſen moͤglich, ſobald das Gewiſſen frei ſey, das eigne Ich nicht zu hoch, daß der Andern nicht zu tief geſtellt werde, ſollten aus dem Abſtracten in die Welt der Erſcheinungen treten, dann ſtaͤnde es um Vieles beſſer, und um Viele.
„Das Buch muß ich leſen; noch eins, wie ſteht's um die Schreibart, in der laͤßt ſich wohl der Auslaͤnder ſpuͤren?“— Etliche unbedeutende Ver⸗
wechslungen im Gebrauch der Partikeln zu, fuͤr,
auf, n. dgl. abgerechnet, laͤßt ſich der nicht ſpuͤren:— Schrieben doch nur alle unſere Landsleute ein ſo gutes reines Deutſch, als Kruſe der Däne!


