Druckschrift 
Das Grab des Fremden : Novelle / von Georg Hans Lotz
Entstehung
Einzelbild herunterladen

289

Glocken. Es mußte irgend ein Leichenbegaͤngniß ſtatt finden, und von einer ſurchtbaren Ahnung erfaßt, fragte Eduard nunmehr den Wirth, wen man zur Ruhe beſtatte.

Den Seelenhirten dieſer Gemeinde, un⸗ ſeren trefflichen Pfarrer, lautete die Antwort.

Eduard bebte zuruͤck, und war, um nicht zu Boden zu ſinken, genoͤthigt, ſich auf einen Stuhl zu ſtuͤtzen, worauf der Wirth zu ihm eilte und den Halbohnmaͤchtigen mit Waſſer beſprengen wollte. Eduard aber winkte ihm davon abzulaſſen, und forſchte nanmeße mit der ganzen Kraft der Verzweiflung nach den naͤheren Umſtaͤnden des Todes ſeines Vaters.

Ach Herr! entgegnete der Gaſtwirth, das iſt eine lange und recht traurige Ge⸗ ſchichte. Der Pfarrer hatte einen Sohn, auf den er mit Stolz und Freude blickte, der aber

immer ein wilder unnuͤtzer Burſche war, und 8 19