Druckschrift 
Das Grab des Fremden : Novelle / von Georg Hans Lotz
Entstehung
Einzelbild herunterladen

67

Geſpraͤch auf einen anderen Gegenſtand lenken, und bemerkte:„Ihr Huͤndchen muß Ihnen gewiß recht ſehr lieb geweſen ſeyn, denn ich habe noch niemand geſehen, der uͤber den Verluſt eines Thieres einen ſolchen Sehmnerz empfand.“

Der Pfarrer hatte jetzt eine Saite be⸗ ruͤhrt, welche in der Bruſt des Leidenden zwar das Gefuͤhl des Schmerzes erweckte, ohne daß indeß qualvolle Reue damit verbunden ge⸗ weſen waͤre.

„Ja,“ entgegnete der Fremde mit ſchwacher Stimme,„der Hund war mir ſehr lieb, er war mir Vater, Mutter, Weib und Schweſter— kurz Alles was den Menſchen, der hienieden Alles verloren, abhalten kann, die Hand an ſich ſelbſt zu legen. So ſeltſam es aber auch erſcheinen mag, ich graͤme mich nicht daruͤber,

daß das Whher umgekommen; ſo lange es lebte, 5*½