Druckschrift 
Das Grab des Fremden : Novelle / von Georg Hans Lotz
Entstehung
Einzelbild herunterladen

51

der Geſundheitszuſtand des jungen Mannes taͤglich verſchlimmere und er bald unter der Schmerzenslaſt erliegen muͤſſe; er ſchien nur noch ein herumwanderndes Skelet; ſeine bleiche Wange, ſeine tiefliegenden Augen verkuͤndeten, daß ſeine Tage gezaͤhlt waren. 3

Aber ſo ſehr auch der Zuſtand des Frem⸗ den den wackeren Geiſtlichen beſchaͤftigte, ſo gab es doch etwas anders, was ihn weit mehr bekuͤmmerte; ſeine Tochter Eliſabeth welkte ebenfalls dahin, wenn gleich weniger ſchnell als der Fremde. Sie hatte kein einziges Wort mit dem jungen Manne gewechſelt— gingen ſie an einander voruͤber, hatten ſie ſich nur ſchweigend begruͤßt,— und dennoch, wir koͤn⸗ nen es unſern freundlichen Leſern nicht vorent⸗ halten, dennoch hing ſie an ihm mit unbe⸗

ſchreibbarer Liebe; ein Seelenzuſtand, welcher

dem beobachtenden Auge des ſorgenden Vaters

4*