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dier fwies der Ränberhauptmann, ſein Blick ſenkte ſich ſchwermuthsvoll zu Boden, und
erſt nach einer langen Pauſe nahm er wieder das
Wort:„Der Schluß meiner Erzählung iſt kurz,“ — ſprach er in einem furchtbar ergreifenden Tone.—
„Nach dreien Tagen ſtarben mir Weib und Kind an Gift, das ihnen mein Vater beigebracht hatte, — am vierten verblutete dieſer Vater unter dem Dolche ſeines Sohnes!“—
Bei dieſen letzten Worten preßte er gewalt⸗ ſam meine Hand, und die Thränen die ſeine braune Wange hinabrollten, beurkundeten die Wahrheit ſeines Berichtes.„Leben Sie wohl, Fremdling,“ ſprach er, als wir uns trennten, „leben Sie wohl, jener Todtenkopf dort, iſt der Schädel meines Weibes!“—
Von mannigfachen Gefühlen beſtürmt, und von dem innigſten Mitleid für den Unglücklichen ergriffen, eilte ich von dannen und gelangte, von einem ſeiner Leute geleitet, glücklich an die Grenze des Waldes, von wo ich leicht die Woh⸗ nung meines Oheims fand; die Erinnerung an dieſe Nacht im Walde aber wird nimmermehr aus meiner Seele entweichen.
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