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Erzählungen, Mährchen, Sagen und Schwänke / von Georg Lotz
Entstehung
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hingeben ſollen, die den Menſchen ſo leicht zur Guͤte, zur Wohlthaͤtigkeit ſtimmen! Wie um ſo mehr aber dieß jetzt hier der Fall ſeyn mußte, wo ſie in der Mitte dieſer herrlichen Reliquien vormaliger Froͤm⸗ migkeit, vormaliger kirchlicher Pracht, das ruͤhrende Schauſpiel des augenloſen Alters, auf Eduards ſo empfaͤngliches Herz machten, iſt demnach leicht zu be⸗ greifen. Mit freigebiger Hand reichte er dem Kna⸗ ben alles Geld hin, was er bei ſich hatte, und ſchwei⸗ gend den Arm des Kleinen erfaſſend, naͤherte er ſich mit ihm langſam dem Greiſe, welcher auf ſeine Harfe gelehnt daſtand, ruhig das Herantreten des Fremden erwartend.

Die Stellung, wie uͤberhaupt das ganze Weſen des blinden Saͤngers war ſo ganz verſchieden von dem Benehmen gewoͤhnlicher herumziehender Muſi⸗ kanten; trug ſo offenbar den Stempet eines von Kummer und Begeiſterung gemiſchten Gefuͤhls, daß Eduard ſich von ungemeiner Ehrfurcht fuͤr ihn er⸗ faßt fuͤhlte und ſich gewiſſermaßen ſcheute, demſelben ein Obdach fuͤr die Nacht in ſeiner Huͤtte anzubie⸗

ten. Da indeſſen Armuth offenbar eins der Leiden

ſchoͤnes Spiel gedankt und der lieblichen Stimme ſci⸗

war, welche auf dem Fremden laſteten, wagte es endlich Eduard, nachdem er dem Harfner fuͤr ſein

nes jugendlichen Gefaͤhrten erwaͤhnt hatte, den Er⸗