— 300— Haus der Tante ſeltner zu beſuchen. Wohl ſehe ich ein daß ſie Recht hat, aber immer ergreift es mich mit nagendem Schmerz, daß ich ſie nicht mehr ſehen, nicht mehr ſprechen ſoll.
Den 10ten October.
Meine Tage ſchleichen ſchaal und freuden⸗
los voruͤber. Mechaniſch verrichte ich des Vormittags meine Dienſtgeſchaͤfte— ach, wie freudig lag ich ihnen ſonſt ob, wenn ich wußte daß mich der Nachmittag mit Wanda vereinte!— Gezwungen gehe ich an den Hof— kalt und theilnahmlos nehme ich die Beweiſe des Zutrauens und der Guͤte auf, mit welchen mich der liebenswuͤrdige, ſo hart gedruͤckte Koͤnig', uͤberhaͤuft. Ich gleiche den Suͤdpflanzen im Gewaͤchshauſe: ſt bluͤhen und tragen Fruͤchte, aber der Treibofen des fremden Nordens, nicht der waͤrmende Hauch ihrer vaterlaͤndiſchen Sonne, entfaltet ihre Bluͤthe, reift ihre Frucht. Es iſt mir unmoͤglich, laͤnger in dieſem druͤcken⸗ den Zwange zu bleiben; ich habe Urlaub ge⸗


