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Emilie, oder So liebt ein deutsches Herz
Entstehung
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— 22— du von dem Unbeſcheidenen, beſſen Zudring⸗ lichkeit dich ſo erſchreckt?— Er ſchreckte mich ſchon einmal!— fuuͤſterte ſie leiſe; ſte verhuͤllte ihr Geſicht einige Minuten, ſchut⸗ telte dann ſchnell das ſchoͤne Haupt, als

wolle ſie ein finſtres Phantom verſcheuchen,

und mir die Hand druͤckend:„Es wird ſpaͤt liebe Emilie, kehre zu deiner Tante zuruͤck, ſie moͤchte uͤber dein Ausbleiben zuͤrnen.“ — Nag ſie; in dieſem Zuſtande verlaſſe ich dich nicht, Valeria.— Mir iſt beſſer, mir wird wieder wohl ſeyn, wenn mich Ruhe und Nachdenken mir ſelbſt wieder gegeben haben. Laß mich Emilie! Forſche nicht nach der Quelle meines Schmerzes, und verliere den Glauben an mich nicht.“ — Noch einmal ſchloß ſie mich an ihre Bruſt und winkte mir dann, zu gehen, mit

der Bitte, ſie einige Tage ſich ſelbſt zu uͤber⸗

laſſen. Dein heitrer Lebensweg, ſetzte ſie weich hinzu, darf nicht durch die Stuͤrme getruͤbt werden, welche wild durch den mei⸗ nen tobten; wenn ein wohlthaͤtiger Schleier ſch uͤber die Bilder geſenkt hat, die ein

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