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ſchwer beladenen Schlitten darüber fahren, und den Fair⸗ meadower Schooner im Eiſe eingebettet. Er dachte an die lappländiſchen Schlitten, und die Geſänge von Kulnaſaz, an die abgetakelten, eisumſchloſſenen Schiffe der Nordpol⸗ fahrer. Zuweilen ging er auch nach dem benachbarten See, und ſah die Schlittſchuhläufer im Kreiſe um ihr Feuer lau⸗ fen und vor dem Winde fliehen; da entſtiegen ſeiner Ein⸗ bildungskraft die Bilder norwegiſcher Schlittſchuhläufer, welche die Nachricht von Konig Karls Tode von Frederiks⸗ hall nach Drontheim brachten, und die des Rückzuges des ſchwediſchen Heere as in ſeinen ungeheizten Zelten in den Bergen erfre Er ſah auch dem Aufhauen des ECiſes zu, und wie die Pferde die ungeheuern Blöcke nach den Vorrathshäuſern zogen. Er verglich ſie den griechiſchen Maulthieren, welche den Schnee des Parnaſſus in Körben, die durch Oleander⸗ und Rhododendron⸗Zweige vor den Sonnenſtrahlen geſchützt waren, auf den Markt nach Athen brachten..
Seine übrigen Mußeſtunden verwandte er zu allem Möglichen, nur nicht zu ſeinem Roman. Das Leſen der Zeitung nahm täglich ſehr viel Zeit in Anſpruch, weil man, wie er ſagte, mit der Zeit fortſchreiten müſſe. Noch mehr Muße verwandte er zu einem Zeitungsaufſatze über die Frage:„was aus Lady Macbeth hätte werden können, wenn ihre Thatkraft richtig geleitet worden wäre.“ Auch machte er einige kleine Fortſchritte in einer poetiſchen Rechen⸗ kunſt, welche auf Bhascara begründet war. Sie blieb aber wieder liegen, weil die Schuldeputation ſie nicht für prak⸗ tiſch genug hielt, und ihm einen unzweideutigen Wink gab, daß es beſſer ſei, bei der alten Lehrart zu verbleiben.
Wieder trat das Bild des großen Romanes vor ſeine Seele, wie eine prächtige und wunderbare Luftſpiegelung in der Wüſte.
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