„Was meinſt Du?“
„Ungefähr zwanzig.“
„Nein, 144. Nun verſuche eine andere.“„Die⸗Qua⸗ dratwurzel einer halben Anzahl Bienen, und acht Neuntel der Ganzen, ließ ſich auf den Jasmin nieder; eine weib⸗ liche Biene ſummte dem Männchen Antwort zu, welches Nachts in einer Waſſeerlilie eingeſchloſſen war. O holde Jungfrau, ſage mir die Zahl der Bienen.“
„Das ſteht nicht da, das haſt Du hinzugeſetzt!“
„Nein, in Wahrheit nicht. Ich wollte, ich hätte es gemacht. Sieh her.“
Er zeigte ihr das Buch, und ſie las es ſelbſt. Dann ſchlug er einige geometriſche Aufgaben auf.
„In einem See ſah man die Knospe einer Waſſer⸗ lilie eine Spanne über dem Waſſer, und als ſie von einem ſanften Winde bewegt wurde, ſank ſie drei Fuß
davon auf das Waſſer.“
„Das iſt reizend, muß aber ſehr ſchwer ſein. Ich könnte es nicht beantworten.“
„Ein hundert Fuß hoher Baum ſteht zwei hundert Fuß von einer Quelle entfernt; von dieſem Baum kommt ein Affe herunter, und geht zum Quell; ein andrer Affe ſpringt hinauf und geht in der Hypotenuſe herunter;
beide durchlaufen einen gleichen Raum. Frage: wie hoch war der Sprung?“*
„Ich glaube, Du kannſt dieſe Frage ſelbſt nicht be⸗ antworten, ohne ins Buch zu ſehen,“ ſagte die lachende Frau, indem ſie die Hand auf die Auflöſung legte,— „verſuche es ein Mal.“
„Sehr gern, mein liebes Kind,“ erwiederte der Schul⸗ meiſter zuverſichtlich, indem er Bleiſtift und Papier nahm. Nachdem er einige Figuren und Berechnungen gemacht, ſagte er:
„Hier, mein holdes Mädchen mit den ſchönen Locken, iſt die Antwort,— vierzig Fuß.“—
Seine Frau ſah in das Buch, und rief in die Hände klatſchend aus:
„ Nein, es iſt falſch, es iſt falſch; mein holder Jüng⸗ ling mit der Biene an der Mütze. Es ſind 50 Fuß!“


