Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
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laſſen. Nein, Ruͤdiger, Du verſtehſt Dich nicht auf Herzenswunden. Den Wurm vermag nichts zu toͤdten, der ſich um die Bruſt des Schuldigen windet. Kannſt Du Vergangenes wiederbringen? Kannſt Du fruͤhere Seelenruhe zuruͤckrufen? Wenn

Du es kannſt, ſo wirf Alles hin, was ich mein

nenne, und ich will Dir danken. Aber das iſt

umſonſt, der Strom hat uns gefaßt, die Ruͤckkehr

iſt verloren, wir muͤſſen vollenden.——

— Euer Blick iſt ſinſter und mein Herz ſo ſchwer, ſagte Beatrix, als ſie ſich aus ihres Ge⸗ mahls Armen riß. Sollte das Ahnung ſeyn? Ach Heinau, warum muͤßt Ihr mich jetzt verlaſſen! Wenn ich Euch nicht wieder ſaͤhe!

Der Graf beſtrebte ſich, die Weinende zu be⸗ ruhigen, es gelang ihm nicht, er eilte fort, um

ſeine Bewegung ihren Augen zu entziehn. Sie ſtand auf dem hohen Soͤller, ſah ihn den Schloß⸗

berg hinabreiten, noch oft zuruͤckblicken, und die Gruͤße erwiedern, die ſie mit ihrem weißen Schleier ihm nachſchickte. Traurig ging ſie, als die Sonne ſank, in ihr Zimmer, wo Walter ihrer wartete, und mit ſchmeichelnden Liebkoſungen ſie zu erheitern ſuchte.