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In der Halle eines hochgethuͤrmten Schloſſes, deſ⸗ ſen Ueberreſte noch vor wenig Jahren die Stirn eines vaterlaͤndiſchen Berges ſchmuͤckten, ſaß Frau Kunigunde, die Gemahlin Graf Heinaus von Wie⸗ ſenburg, vor zwei leuchtenden Kerzen, die nur ihre naͤchſte Umgebung erhellten, waͤhrend Dunkelheit in den weiten Raͤumen des Gewoͤlbes herrſchte. Sie las eifrig in einem vor ihr aufgeſchlagenen Buche, das eine heilige Legende enthielt, und hob nur zuweilen die dunkeln Augen empor, um ihre Zuhoͤrerin anzublicken, die mit gefalteten Haͤnden auf die Worte der Erzaͤhlung lauſchte. Draußen tobte der Sturm, und ſchlug zuweilen mit Macht an Fenſter und Thuͤren, denn es war ſpaͤt im Jahre, der Abend des Feſtes der heiligen Katha⸗ rina. Der Graf ſtand indeſſen in einem der hoch⸗ gewoͤlbten Fenſterbogen, und ſchien die beiden Frau⸗ A 2
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