Er war noch nicht todt, als ich eintraf, aber ſchon ſeit mehren Seunden ſprachlos und dem Anſchein nach ganz ohne Bewußtſein. Ich glaube jedoch, er kannte mich noch, und irre mich darin gewiß nicht. Sein Auge— das ſchoͤnſte Mannerauge, das ich je ſah— war auf mich geheftet, bis es auf immer erſtarrte. Ich hatte wenigſtens die traurige Beruhigung, ihn ſchmerzlos verſcheiden zu ſehen, und ihm die Augen zu ſchließen. Wir begruben ihn bei ſeinen Vaͤ⸗
tern, in einer merkwuͤrdigen alten Gruſt. Bleier⸗
ne Saͤrge ſtanden da rings umher aufgeſchich⸗ tet, wovon die unterſten von der Laſt der ſpaͤ⸗
tern Ankömmlinge ganz platt gedruͤckt waren,
und einige ſchlichte, aber ſehenswerthe Denk⸗ maͤhler in der Mitte. Da ruht er, der Letzte ſeines Stammes.
Ein Schlagfluß mochte ſeinem Leben ein Ende gemacht haben. Er war allein ausgegan⸗ gen, und erſt nach mehren Stunden ward er in einem Zuſtande gaͤnzlicher Betaͤubung unweit eines kleinen Waſſerfalles in einem Thale hin⸗ ter ſeinem Hauſe gefunden. Dieſelbe edle Ge⸗ ſinnung, die ihn bewog 1 dem Beſitze der von ſeiner Frau ſtammenden Guͤter, die er nach
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