Teil eines Werkes 
2. Theil
Entstehung
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in dieſem Augenblicke vor meiner Erinnerung. Ich will das Traumbild veſthalten. Verwei⸗ le einen Augenblick, du kleiner Bergſee, und kein Windhauch ſtoͤre das Bild des alten Schloſ⸗ ſes in deinem ſtillen kalten Schooße! Welche Todtenſtille auf dieſem Waſſer! Wie tief und

doch wie klar! Kein Moos, keine anſpuͤlende

Welle, welche den Blick in den Waſſerſpiegel hemmte. Man koͤnnte jeden Kieſel auf dem Boden zaͤhlen. Hier in der Mitte iſt nichts als Felſen. Wie tief mag das Waſſer ſein, alter Mann? Habt Ihr es je gemeſſen? Ihr ſeio ja viel hundertmahl hinuͤbergefahren. Ihr ſchuͤttelt den Kopf, mein Freund? Nun, es hat nichts zu bedeuten. Woher dieſes Stein⸗ pflaſter hier am Ufer? Wie tief die Steine ausgerieben ſind! Ja, man mag viele ſeltſame Geſchichten von dieſem alten Schloſſe erzaͤhlt haben. Eure Muͤhle, ſehe ich, iſt halb an die alte Mauer gebaut. Das große Rad ſteht heu⸗ te ſtill. Wollt Ihr mit mir den Thurm hin⸗ anklettern?

O das iſt zu ſeiner Zeit auch ein herrliches Gebaͤude geweſen. Welche Fenſter welche

Gaͤnge welche ungeheure Feuerherde! Wie