— 28—
die ruhig in dem kleinen Speeiſeſchranke ſtand, mir eingeſchenkt, ja und oft hatte ich auch, ehe der Sommer voruͤber war, mit Johanna un⸗ ter den alten breitwipfeligen Baͤumen geſeſſen, und die letzten Strahlen der Sonne auf dem glaͤnzenden Strome erloͤſchen ſehen. Oft hatte ich mit ihr den buſchigen Huͤgel erklimmt, und auf bluͤhendem Heidekraute gelagert, auf das weite reiche Thal, auf Fluß, See und Dorf, die unten in der Daͤmmerung ſchliefen, hinabge⸗ blickt, oder hinabzuſehen geſchienen! Brauche ich zu verrathen, was der Erfolg war? Lange vorher ehe der Winter den Ora mit Eis bedeck⸗ te, glaubte ich, dieſer holden Seele alles zu ſein, und haͤtte gern auch geglaubt, daß ſie mir alles waͤre. Ich will mich nicht verſtellen, ich will Ihnen nichts verhehlen. Immer verfolgte mich ein gewiſſer finſterer und vorwurfpvoller Gedanke. Viel tauſendmahl wollte meine zit⸗ ternde Lippe ausſprechen: Ich liebe Sie, Jo⸗ hanna, aber es iſt nicht jene Liebe— Und tauſendmahl ſprach ich zu mir ſelber: Du be⸗ truͤgſt dieſen holden Engel. Und doch warum ihr Schmerz bereiten, mitten in ihrer Freude? Warum jenes freundliche Auge durch die Oeff⸗


