Teil eines Werkes 
2. Theil
Entstehung
Einzelbild herunterladen

- 416 nehmen fuͤr eben ſo veraͤndert halten. Wir wa⸗ ren gewohnt geweſen, uns als Freunde zu be⸗ handeln, und jetzt ſchien ein Zauber auf uns zu liegen. Unſre Blicke begegneten ſich ſelten, und wir ſprachen nur wenige Silben zu einander.

Sie nahm ihre Arbeit zur Hand, und ich hoͤrte

an, oder ſchien anzuhoͤren, was die Alte ſagte. Endlich gab ich zu verſtehen, daß ich gekommen war, um Abſchied zu nehmen, da ich am naͤch⸗ ſten Morgen abreiſen wollte. Die Alte gab mir ſehr wohlwollend ihren Segen, und ich ver⸗ beugte mich gegen Johanna. Das gute Mäd⸗ chen ſagte nichts, als mit ſehr leiſem Fliſtern:

Ich wuͤnſche Ihnen alles Gute, wohin Sie

auch gehen. Sie reichte mir ihre Hand nicht, und noch einmahl ein Lebewohl ſtammelnd, ging ich hinaus.

Ich ſprang in mein Boot, und war ſchon eine kleine Strecke weit vom Ufer, als Johanna's ſuͤße Stimme meinen Nahmen rief. Sie war mir an's Ufer gefolgt, und hatte, wie ich ſah, etwas in der Hand, das ſie mir entgegen hielt.

Ich ruderte wieder ans Ufer, und ſie beugte ſich zu mir herab, mir meine Handſchuhe zu rei⸗

chen, die ich zuruͤckgelaſſen hatte. Unſre Haͤnde

23*