das Weib, liebend und vorſtellend, von ſolchen Fehlern den Mann ganz befreyt? Jacobine hofft es zu können.
Der Landrath erwiederte: mit Einem glückt es, und mit zehn, ja mit zwanzigen ſchlägt es fehl. So eine Frau, die einen Spieler und Trin⸗ ker beſſern will, kommt mir vor, wie jener Herr, der einen Löwen zahm gemacht hatte. Eine Weile ging es gut; als der Löwe aber zufällig einmal Blut geleckt hatte, war es um die Zucht gethan, und um den Herrn dazu.
Emilie ſchwieg. Der Landrath, in dicke Dampf⸗ wolken gehüllt, die er aus ſeiner Pfeife blies, wenn er in Eifer gerieh, war noch nicht zu En⸗ de, denn er variirte im Thema gerne lange, und fuhr fort: Das gute Herz, das heißt, was man ſo gewöhnlich das gute Herz nennt, iſt nicht ge⸗ nug zu einem Manne, und gewährt der Ehe kei⸗ ne Sicherheit für ihr Glück. Aber ich weiß es wohl, Ihr bildet Euch ein, aus dem Gutherzchen ließen ſich alle nöthigen Eigenſchaften des Mannes bereiten, faſt wie jene Prinzeſſin in Rübezahls Pallaſt, die ſich in Ermangelung von etwas Beſ⸗ ſerm, aus gelben Rüben alle nöthigen Kammer⸗ yerren und Hofdamen ſchnitzte, aber die Vortreff⸗ lichen waren ſchon am dritten Tage ſo verwelkt,


