Teil eines Werkes 
1. Theil (1822) Moosrosen / von W.A. Lindau
Entstehung
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Derr Pfarrer war überraſcht bei dieſen Worten. Auguſte erblaßte. Der Freiherr ergriff ihre Hand. Ja⸗ die Hand dieſes lieben, frommen Mädchens, fuhr er lebhafter fort: wenn ſie das Gefühl erwie⸗ dern kann, das mich ewig an ſie bindet.

Eine ſtille Pauſe folgte. Auguſta's Hand zit⸗ terte, ward aber nicht zurückgezogen und in holder Verwirrung ſchlug die Jungfrau ihr Auge nieder.

Mit Freude und Hoffnung ſegne ich den Bund, wenn eure Herzen ihn ſchließen, ſprach der Pfarrer und legte ſeine Hand auf die vereinten Hände.

Auguſte ſank erröthend in die Arme des Glück⸗ lichen. Am freundlichen Pfingſtfeſte traute ſie der Pfarrer. Die Landleute weihten ihnen neue Kränze von friſchem Laub und Frühlingsblumen, womit jetzt eine fröhlichere Vorbedeutung die Vorhalle des Schloſſes friſch geſchmückt wurde, und als das zweite Weihnachtfeſt wiederkehrte, hielt Auguſte einen lächelnden Knaben auf dem Schooße, der die Händ⸗ chen nach dem ſchimmernden Chriſtbaum ausſtreckte, den des Pfarrers Kinder brachten.