Teil eines Werkes 
1. Theil (1822) Moosrosen / von W.A. Lindau
Entstehung
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2.

Da Freiherr hatte auf einem Gange durch den Luſtwald, der ſein Schloß umgab, unter dem wohl⸗ thätigen Einfluße des lieblichſten Herbſtabends, eine ruhigere Stimmung wieder gewonnen, als er in das Pfarrhaus trat.— Er öffnete die Thüre des Wohn⸗ zimmers, und war überraſcht bei dem Anblicke, der ſich ihm darbot. Das Zimmer ſchien feſtlich ge⸗ ſchmückt zu ſein, doch ohne allen Schein von Ab⸗ ſichtlichkeit und Prunk, der häuslichen Feſten ſo leicht den Reiz ſtiller Einfachheit und Rührung nimmt. Die Abendtafel war nur etwas zierlicher als gewöhn⸗ lich; aber die Gefäße mit friſchen Blumen, die auf beiden Seiten zwiſchen kandirten Torten ſtanden, konnten auch einer Feier der Rückkehr des lieben Pflegekindes gelten.

Der Pfarrer ſchien eben heim gekehrt zu ſein. Seinen rechten Arm hatte die liebende Gattinn innig umfaßt, ſeine Linke hielt eine blühende Jungfrau,