Teil eines Werkes 
1. Theil (1822) Moosrosen / von W.A. Lindau
Entstehung
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ſich kann zwar kein Unheil herbeiführen, ſo wenig als der Segen an ſich Gluck; aber ſo wie der Va⸗ ter, der ſcheidend die ſegnende Hand auf ſein Kind legt, dem Himmel dankt, daß er der Welt einen guten Menſchen hinterläßt, der für gute Thaten ſei⸗

nen Lohn finden wird, ſo kann der Unglückliche, der

fluchen muß, keinen guten Menſchen erzogen haben, und auch hier wird die böſe Geſinnung ſtrenge Ver⸗ geltung finden.

Der Freiherr ſtand auf, und verbarg kaum ſeine Bewegung.„Glauben Sie das wirklich?“«

Im Allgemeinen gewiß, erwiederte der Pfar⸗ rer. Aber wer wollte zweifeln, daß Reue und Rück⸗ kehr zum Guten auch den Fluch der böſen That auf⸗ heben könnte? Selten freilich; denn, um zu dem Falle wieder zurückzukehren, wovon wir ausgegan⸗ gen ſind, es iſt ſehr unwahrſcheinlich, daß die pflicht⸗ vergeſſene Tochter eine gute Gattinn ſein und ihre Kinder zum Guten erzieben werde. Und ſo kann der Fluch forterben auf viele Geſchlechter.

Der Freiherr war wie vernichtet von dieſen Worten, und vermochte kaum, ſich zu faſſen.

Der Pfarrer bemerkte es.„Wir wollen uns durch dieſe finſteren Gedanken nicht erſchüttern, fuhr er fort. Ich könnte mir faſt die glückliche Stim⸗ mung dadurch ſtören, worin ich heute bin, da ich mich über eine liebe Pflegetochter freue, die ich aus vollem Herzen ſegnen kann.“. Ich komme zu Ihnen, lieber Freund, ſprach