Teil eines Werkes 
1. Theil (1822) Moosrosen / von W.A. Lindau
Entstehung
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eutſtanden iſt. Wir wollen jetzt nicht mehr unterſu⸗ chen, wer die Schuld davon getragen hat; aber ich kann mir leicht denken, daß Sie durch ihre Mutter mit Vorurtheilen gegen mich erfüllt worden ſind. Denken Sie das nicht, Herr Oheim, fiel Ot⸗ mar ein. Sie würden meiner edlen Mutter ſehr Unrecht thun, wenn Sie glauben wollten, daß die anglückliche Trennung ein anderes Gefühl, als Kum⸗ mer, in ihr erweckt hätte. Sprach ſie von dieſem traurigen Zwiſte, und es geſchah nur ſehr ſelten, ſo ſchrieb ſie die Schuld immer nur unſeligen Mißver⸗ ſtändniſſen zu. Bis zu ihrem Tode wünſchte ſie nichts, als Frieden und geſchwiſterliche Eintracht, aber die Freude zu erleben, ward ihr nicht gegönnt. Der Freiherr drehte ſeine goldne Doſe ſchnell zwiſchen den Fingern, und ſprach nicht ohne eine innere Bewegung, die in ſeinem Benehmen ſichtbar wurde: Lieber Neffe, es iſt gut, daß darüber nun kein Wort mehr gewechſelt zu werden braucht. Ihre Mutter hat ſchon ſeit einigen Jahren geſehen, daß ich den Rechtshandel nicht weiter betrieben habe, als es bei einer einmal anhängigen Sache durchaus nothwendig war. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß jetzt die nöthigen Schritte geſchehen werden, die Sache völlig niederzuſchlagen. Auch darum habe ich gewünſcht, Sie zu ſehen, und ſo ſeien Sie mir aufrichtig willkommen.. Mit dieſen Worten reichte der Freiherr dem jungen Manne die Hand, und Otmar, den das Be⸗