Teil eines Werkes 
1. Theil (1822) Moosrosen / von W.A. Lindau
Entstehung
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Verſtändniß. Er wiederhohlte ſich die Frage, was es ihn kümmern könnte, wenn auch dieſes Verſtänd⸗ niß ſogar heimlig wäre; aber er konnte den Gedanken nicht los werden, und das Bild des holden Mäd⸗ chens prägte ſich noch tiefer in ſeine Seele, ſeit er ahnete, daß ſie einem Andern gehörte.

Endlich ſchloſſen ſich ſeine müden Augen; als aber der erſte Schimmer des Morgenrothes ihn er⸗ weckte, hörte er die Töne des Hifthorns in der Ferne, und ſie riefen ihm alsbald die Erſcheinungen des geſtrigen Abends zurück. Er ging hinab, und nahm die beiden Roſen zum Andenken mit. Als er in die Stube trat, bemerkte er, daß die Großmut⸗ ter das Mädchen bei der Hand hielt, und ſie mit ſichtbarer Bewegung anblickte. Er wollte dieß mit dem ſchleichenden Jäger in Verbindung ſetzen, und fragte das Mädchen mit forſchendem Blicke, od die Jagd, die ſich angekündigt hatte, weiter gezogen wäre, oder ob es in der Nähe des Dorfes eine gute Wildbahn gäbe. Eine ſanfte Röthe überfloß ihre Wangen, als ſie eine Antwort ſtammelte, wor⸗ aus ſich nicht viel nehmen ließ.

Die Großmutter zeigte ihm den jungen Führer, der im Hofe das Pferd ſattelte, und nach dem ein fachen Frühſtücke nahm Otmar Abſchied. Seine frei⸗ gebige Vergütung für die empfangene Gaſtfreund⸗ ſchaft ward durchaus abgelehnt. Er fragte, ob er auf der Rückreiſe ihr Haus wieder beſuchen dürfte, da er vielleicht Luſt hätte, die mahleriſche Gegend