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Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
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Fenſter ſtand, ſah ſie Murbach mit andern Offizie⸗ ren am Kirchwege ſtehen, unddes ſchien ihr, als ob⸗ er in heftige Bewegung gerathen wäre, nachdem er angelegentlich mit einigen Landleuten geſprochen hatte. Er ging noch lange, erſt mit einigen Kriegs⸗ gefährten, dann allein, in tiefes Nachdenken ver⸗ ſunken, an der Kirchhofmauer auf und nieder⸗ Die

Offiziere waren, wie die Pfarrerinn erzählte, in

der Schenke abgeſtiegen, nachdem die Heerabthei⸗

lung, wozu ſie gehörten, durch das Dorf gezogen

war. Endlich wurden ihre Pferde vorgefuhrt; ſie ſtiegen auf, und flogen der Staubwolke nach, wel⸗ che den Weg des voranziehenden Heerhaufens be⸗ zeichnete⸗

Luiſe eilte nun auf dem nächſten Wege zu dem Luſtwäldchen ihres Landgutes, das ſich bis zu dem Dorfe ausdehnte. Sie überließ ſich auf der einſa⸗

men Wanderung den Gefühlen, welche in dem ver⸗ floſſenen Augenblicke ſo mächtig waren erweckt wor⸗

den. Sie hatte ihn wieder geſehen und mit verſtärk⸗

ter Gewalt hatte alles, was ſie je für ihn empfun⸗

den, ihr Herz ergriffen. Seine edle Geſtalt war

noch herrlicher ausgebildet, ſeine Züge waren kräf⸗

tiger und männlich ſchöner, ſeit die Sonne ſein Ge⸗ ſicht gebräunt hatte, und das Gefühl ſeines Wer⸗

thes und des wohl erworbenen Ruhmes ſchien ihm eine ſtolzere Haltung zu geben⸗ Als ſie in den dich⸗

teſten Schattengang des Wäldchens kam, blieb ſie ſtehen, bis ſie endlich, von dem Gefühle ihres Ver⸗

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