Druckschrift 
Griechenland und die Griechen / nach dem Englischen bearbeitet von W. A. Lindau
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8 95⸗ fruͤchten, eſſen jedoch nur wenig Fleiſch, das man aber an Feiertagen deſto reichlicher genießt. Muhame⸗ daner und Chriſten trinken Wein, und ein aus Traubenhuͤlſen und Gerſte bereitetes geiſtiges Getraͤnk. Im Ganzen aber leben ſie maͤßig, um ihr Geld fuͤr Waffen und Putz zu ſparen. Man ſieht ſie gefraͤßig eſſen, wo es auf fremde Koſten geht, aber um Reich⸗ thum zu ſammeln, ſcheuen ſie keine Muͤhe, keine Gefahr, keine Selbſtverlaͤugnung. Sie haben noch ſo viel von dem Zuſtande des Wildheit, daß man ſie kaum halb geſittet nennen kann, ſondern Barbaren, in deren Land einige Kuͤnſte des geſitteten Lebens Eingang gefunden haben. Unter keinen Geſetzen lebend, vertheidigt Jedermann ſelber ſeine Rechte, ſucht Vergeltung fuͤr erlittenes Unrecht, und haͤufig gibt es Mord und Todtſchlag. Naͤuberei wird nicht fuͤr ſchimpflich gehalten. Wenn ihre Dienſte in der Heimath nicht gebraucht werden, treibt ihr Wider⸗ wille gegen ein friedliches Leben ſie zu Paſcha's in Europa oder Aſien, deren tapferſte Kriegsvoͤlker ſie unter dem Nahmen der Arnauten ausmachen. Ob⸗ gleich von den Tuͤrken verabſcheut, werden doch ſie allein auserwaͤhlt, die heilige Fahne von Mekka nach Konſtantinopel zu bringen, und nicht Wenige von ihnen haben ſich zu den hoͤchſten Wuͤrden im osma⸗ niſchen Reiche erhoben. Sie dienen aber nicht bloß