Teil eines Werkes 
3. Theil (1820) The bride of Lammermoor
Entstehung
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auf dem Meere ſchimmerte. Es war fruͤh im November und das Wetter ungewoͤhnlich hei⸗ ter fuͤr dieſe Jahrzeit, aber ein Oſtwind hatte waͤhrend der Nacht geweht, und die ſteigende Flut ſchlug hoͤher als gewoͤhnlich an den Fuß des Felſens, der das Schloß trug.

Bei dem erſten Lichtſchimmer ging Caleb wieder vor Edgars Schlafgemach, und als er durch eine Spalte in der Thuͤre blickte, ſah er ihn beſchaͤftigt, einige Degen zu meſſen, die in einer anſtoßenden Kammer lagen. Der iſt kuͤrzer, ſprach Edgar, eine der Waffen waͤhlend: aber auch den Vortheil mag er haben, wie jeden andern.

Caleb errieth leicht, was ſein Herr im Sinne hatte, und wußte wohl, daß er ver⸗ gebens verſuchen wuͤrde, ihn abzuhalten. Kaum hatte er die Thuͤre verlaſſen, als Edgar ploͤtz⸗ lich heraus kam und in den Stall hinab eilte. Der treue Diener folgte. Edgars verſtoͤrter Anzug und ſein furchtbarer Blick verriethen nur zu deutlich, daß er die Nacht ohne Schlaf