5
weder von ſeinem Beſuche in Wolfsfels, noch von dem, ſo herzlich aufgenommenen Gaſte, hat⸗ te ſie ein Wort gehoͤrt, bis ſie jetzt zufaͤllig durch einen Fremden Nachricht davon erhielt. Solches Stillſchweigen glich, nach ihrer Mei⸗ nung, einer Verheimlichung von Verraͤtherei, wenn nicht einer offenen Empoͤrung gegen ihre eheliche Gewalt, und ſie ſchwur in ihrem In⸗ nerſten, an ihrem Manne ſich zu raͤchen. Ihr unwille ergluͤhte noch heftiger, da ſie ihn vor ihrer Freundinn und vor Craigengelt unter⸗ druͤcken mußte. Jetzt wuͤnſchte ſie noch einmal ſo lebhaft, ihre Tochter mit Bucklaw zu ver⸗ maͤhlen, weil ihre unruhige Einbildungskraft ihr ſagte, daß ihr Mann aus politiſchen Gruͤn⸗ den, oder aus Furchtſamkeit, die Verbindung mit Ravenswood vorziehen koͤnnte. Craigen⸗ gelt war gar nicht uͤberraſcht, als er an dem⸗ ſelben Tage vernahm, daß Lady Aſhton ſich entſchloſſen hatte, das Schloß zu verlaſſen, und bei Anbruch des folgenden Tages nach
3
2


