Teil eines Werkes 
2. Theil (1820)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4 167

ſchen gegen die ſchlaffen Grundſaͤtze hegte, wel⸗

che, wie man ſie gelehrt hatte, in der biſchoͤf⸗

lichen Kirche einheimiſch waren.

Ihre gegenſeitige Zuneigung ſchien zwar

eher zu wachſen, als abzunehmen, als ſich ihre Gemuͤther mehr gegen einander oͤffneten, aber ihre beiderſeitigen Gefuͤhle waren mit minder angenehmen Regungen vermiſcht. Luzie fuͤhlte bei aller ihrer Zuneigung gegen Edgar doch eine geheime Furcht. Sein Gemuͤth war kraͤftige und ſiolzer, als bei den Menſchen, mit wel⸗ chen ſie zeither umgegangen war; ſeine Ge⸗ danken waren kuͤhner und freier, und er ver⸗ achtete manche von den Meinungen, gegen welche man ihr Verehrung eingeſtoͤßt hatte. Edgar ſah in Luzien ein weiches geſchmeidiges Gemuͤth, das ſich, nach ſeiner Meinung, von denjenigen, mit welchen ſie umging, zu leicht in jede Form druͤcken ließ. Er fuͤhlte/ daß er bei ſeiner Stimmung eine Gekaͤhrtinn von freierem Geiſte beduͤrfte, die mit ihm durch's Le⸗ ben ſteuern koͤnnte, entſchloſſen, wie er ſelbſt, es

y