Teil eines Werkes 
1. Theil (1820)
Entstehung
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Geiſtloſigkeit ihrer Tochter nannte/ war in ih⸗ ren Augen ein entſcheidender Beweis, daß in Luziens Adern das gemeinere Blut des Vaters vorherrſchte, und ſpoͤttiſch pflegte ſie das Maͤd⸗ chen ihre Schaͤferin zu nennen. Es war frei⸗ lich unmoͤglich, ein ſo ſanftes, argloſes We⸗ ſen zu haſſen, aber die Mutter gab ihrem aͤlte⸗ ſten Sohne, auf welchen ein reichlicher Antheil von ihrem ehrſuͤchtigen, kuͤhnen Geiſte uͤberge⸗ gangen war, den Vorzug vor einer Tochter, deren ſanftes Gemuͤth die Süntj fuͤr Schwaͤche Lino „ ſprach ſie oft zu ſich ſelber: er wird den 1 sſen Ruhm ſeines muͤtterlichen Hau⸗ ſes erhalten und die Ehre des vaͤterlichen er⸗ heben. Luziechen paßt nicht fuͤr Hoͤfe und Ge⸗ ſellſchaftſaͤle. Ein Landjunker muß ihr Mann werden, reich genug, ihr ein gemaͤchliches Leben zu ſchaffen, ohne daß es ihr ſelber Muͤhe koſtet, und ohne daß ihr irgend etwas anders eine Thraͤne auspreßt, als die zaͤrtliche Beſorgniß, er moͤchte auf der Fuchsjagd den Hals brechen.