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erzählte ich meine Geſchichte und ſprach mein Erſtaunen aus, daß ich, um der krankhaften Liebhaberei eines Mond⸗ ſcheinſpazierganges nachzuhängen, die Ruhe ſeiner Majeſtät eſtört.
geſ„Ich dachte, Sire,“ fügte ich bei,„Ew. Majeſtät
ſeien viele Meilen von hier bei Ihrer Armee—“ 3
„Es gibt keine Armee mehr, mein Herr,“ unterbrach er mit einer ſchnellen Handbewegung,„morgen wird es keinen Kaiſer mehr geben. Gehen Sie, mein Herr, gehen Sie, ſo lange es noch Zeit iſt. Bieten Sie Ihren Degen und Ihre Dienſte dort an, wo es ſo Viele, die höher ſte⸗ hen als Sie, gethan haben. Dies iſt die Stunde zum Ab⸗ trünnigwerden— machen Sie, daß Sie daraus Nutzen ziehen.“
„Wäre mein Name und mein Rang weniger niedrig geweſen, ſie würden Ew. Majeſtät bewieſen haben, wie wenig ich dieſen Vorwurf verdiente.“
„Es thut mir leid, wenn ich Sie beleidigt habe,“ erwiederte er mit einer Stimme, in der unausſprechliche Sanftheit lag.„Sie waren an der Spitze des Angriffes bei Montreau? Jetzt erinnere ich mich Ihrer. Ich würde Ihnen Ihre Brigade gegeben haben, wenn ich—“ hier hielt er plötzlich inne und ſeine Züge überflog ein leiden⸗ der Ausdruck, doch ſammelte er ſich augenblicklich wieder und fuhr fort:„Ich hätte Sie früher kennen lernen ſollen — es iſt zu ſpät! Leben Sie wohl.“
Bei dieſen Worten grüßte er mit einer leichten Kopf⸗ bewegung und ſtreckte die Hand aus. Ich preßte ſie mit Inbrunſt an meine Lippen und hätte ſprechen mögen, aber ich konnte nicht— im nächſten Augenblick war er fort.
Es iſt zu ſpät!— zu ſpät!— Die ſchrecklichen Worte, die unter den geſchwärzten Mauern Moskaus aus⸗ geſprochen und bei jedem neuen Mißgeſchicke dieſes entſetz⸗ lichen Rückzuges wiederholt wurden— ſie tonten jetzt aus dem Munde des Mannes, deſſen Schickſal ſie vorherſagten. Zu ſpät!— der Ausruf des ſtolzen Marſchalls, der durch


