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als Ritter⸗ und Liebesgeſchichten ſich mit den plätſchernden Tönen dieſer glitzernden Quellen vermiſchten, und der hei⸗ tere Mond auf Geſtalten herunter ſah, die alle dieſe ſchö⸗ nen Marmorſtatuen an Lieblichkeit übertrafen.
Ich ſtellte mir die Zeit vor, als der Klang des Jä⸗ gerhorns in dieſen weiten Höfen wiederhallte und ſeine letz⸗ ten Töne ſich im froͤhlichen Geräuſch der Stimmen des Gefolges verloren, das ſich um den Monarchen drängte; und dann ſah ich im Geiſte die glänzende Schaar mit ſich tummelnden Pferden und ſchimmernden Schabraken, ſtolz dem Baumgang entlang zum königlichen Eingang reiten, und malte mir den feierlichen Empfang, der ſeiner harrte, des Abkömmling einer langen Reihe von Königen. Der offene und königliche Franz, der tapfere Heinrich IV.— der„große König“ ſelber— alle zogen vor meinem Geiſte vorüber, wie ſie in dieſem ſtattlichen Gebäude einſt leibten und lebten.
Die Sonne war untergegangen, die verſchwimmenden Schatten verdüſterten den weiten Hof und ein Flügel des Palaſtes war in tiefes Dunkel gehüllt, als ich plötzlich auf der fernen Straße das Rollen von Wagen und Pferde⸗ getrappel hörte. Ich horchte aufmerkſam. Aus dem Schall der Tritte ſchloß ich, daß es mehrere ſein muß⸗ ten; und mein geübtes Ohr konnte das Geraſſel von Dra⸗ gonern unterſcheiden, deren Säbel und Säbeltaſchen klir⸗ rend an die Flanken ihrer Pferde anſchlugen. Irgend eine eilige Nachricht vom Kaiſer, dachte ich; vielleicht ein ver⸗ wundeter Marſchall, der in den Palaſt gebracht wird. Im nämlichen Augenblick rief die Wache am fernen Eingang ins Gewehr, und ein mit ſechs Pferden beſpannter Wagen jagte im vollen Galopp herein. Ein zweiter folgte eben ſo ſchnell, von einem Peloton Dragoner begleitet. Meine Angſt wuchs. Wie, wenn es der Kaiſer ſelbſt wäre, dachte ich; aber dieſe Idee verſchwand eben ſo ſchnell, als ſie gekommen war, als ich ſah, daß die Wagen nicht an der


